Kinderzuschlag

Kinderzuschlag 2021

Familien mit kleinem Einkommen haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Kinderzuschlag – zusätzlich zum Kindergeld. Wenn das Einkommen nicht für die ganze Familie reicht, können Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte zusätzlich zum Kindergeld den Kinderzuschlag (umgangssprachlich: Kindergeldzuschlag) erhalten. Der Antrag auf Kinderzuschlag muss jedoch gesondert bei der Familienkasse gestellt werden.

In der Regel erhalten Sie Kinderzuschlag für 6 Monate. Ist der Bewilligungszeitraum abgelaufen, müssen Sie Kinderzuschlag neu beantragen.

Sie haben Anspruch auf Kinderzuschlag, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Wie viel Kinderzuschlag Sie erhalten, hängt davon ab, wie viel Einkommen und erhebliches Vermögen Sie, Ihr Partner beziehungsweise Ihre Partnerin und Ihr Kind haben.

Erhalten Sie Kinderzuschlag, müssen Sie die Familienkasse über Änderungen Ihrer persönlichen Verhältnisse und die Ihrer Familie informieren.

Voraussetzungen für Kinderzuschlag 2021

  • Ihr Kind lebt in Ihrem Haushalt, ist unter 25 Jahre alt und nicht verheiratet beziehungsweise nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.
  • Sie erhalten Kindergeld (oder eine vergleichbare Leistung) für Ihr Kind.
  • Das Bruttoeinkommen Ihrer Familie beträgt mindestens 900 Euro (Paare) beziehungsweise 600 Euro (Alleinerziehende).
  • Sie hätten genug Geld für den Unterhalt Ihrer Familie, wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Einkommen Kinderzuschlag und eventuell Wohngeld erhalten würden.

Höhe und Auszahlung des Kinderzuschlags

Der Kinderzuschlag wird für jedes Kind einzeln berechnet. Sie erhalten monatlich höchstens 205 Euro pro Kind. Bei mehreren Kindern wird ein Gesamtbetrag ausgezahlt. Er wird in der Regel an die Person überwiesen, die auch das Kindergeld erhält.

Kindergeld und Kinderzuschlag werden am selben Tag ausgezahlt. Die genauen Auszahlungstermine finden Sie auf der Seite Kindergeld 2021: Auszahlungstermine.




Kinderzuschlag online beantragen

Beantragen Sie Kinderzuschlag bei Ihrer zuständigen Familienkasse. Diese informiert Sie mit einem Schreiben (Fachbegriff: Bescheid) anschließend darüber, ob Ihr Antrag bewilligt oder abgelehnt wurde.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Kinderzuschlag

Welches Einkommen ist für den Kinderzuschlag relevant?

Eltern müssen ihr Einkommen der letzten 6 Monate vor der Antragstellung nachweisen. Stellen Sie Ihren Antrag zum Beispiel im Oktober, müssen Sie das in den Monaten April bis September zugeflossene Einkommen angeben.

Das Einkommen der Eltern ist in erster Linie der Verdienst aus einer selbstständigen oder versicherungspflichtigen Beschäftigung.

Darüber hinaus gehört zum Eltern-Einkommen zum Beispiel:

  1. Kurzarbeitergeld
  2. Arbeitslosengeld
  3. Mutterschaftsgeld
  4. Elterngeld
  5. BAföG

Wie hoch muss das Einkommen sein und wie hoch darf das Einkommen sein, damit man KiZ bekommt?

Anspruch auf KiZ haben Familien mit kleinem Einkommen. Ob und in welcher Höhe der KiZ gezahlt wird, wird für jede Familie individuell berechnet und hängt von mehreren Faktoren ab – vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder.

Die folgenden Beispiele zeigen, wann Familien Kinderzuschlag bekommen können (Wohnkosten und Gehälter pro Monat):

Zahlt ein alleinerziehendes Elternteil circa 500 Euro Warmmiete, kann der KiZ bezogen werden, wenn der Verdienst bei rund 1.700 bis etwa 2.500 Euro brutto (ungefähr 1.300 bis 1.700 netto) liegt (Kind: 6 Jahre).
Bei einer Warmmiete von circa 800 Euro, darf das Bruttogehalt rund 2.100 bis rund 2.800 Euro (ungefähr 1.500 bis 1.900 netto) betragen. Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss sind nicht berücksichtigt (Kinder: 6 und 8 Jahre).
Bei einer Paarfamilie (Doppelverdiener) mit 2 Kindern und einer Warmmiete von etwa 700 Euro darf das gemeinsame Bruttoeinkommen rund 2.400 bis etwa 4.000 Euro (ungefähr 1.800 bis 2.800 netto) betragen (Kinder: 2 und 8 Jahre).
Bei einer Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf das Bruttogehalt rund 2.800 bis etwa 4.200 Euro (ungefähr 2.100 bis 3.000 netto) betragen (Kinder: 2 und 8 Jahre).

Zahlt eine Paarfamilie (Alleinverdiener) mit 3 Kindern eine Warmmiete von etwa 1.000 Euro, darf sie rund 2.200 bis etwa 4.400 Euro brutto (ungefähr 1.800 bis 3.100 netto) verdienen (Kinder: 6, 8 und 10 Jahre).

Welches Vermögen wird angerechnet?

Ihr Vermögen wird nur geprüft, wenn es erheblich ist. Erhebliches Vermögen liegt ab folgenden Beträgen für die gesamte Bedarfsgemeinschaft vor:

  • 2 Personen: 90.000 Euro
  • 3 Personen: 120.000 Euro
  • Erhöhung um 30.000 Euro je weiteres Kind.

Vermögen ist die Gesamtheit der in Geld gemessenen Güter zum Zeitpunkt der Antragstellung. Dabei ist Ihr eigenes Vermögen und auch das Vermögen der mit Ihnen im Haushalt lebenden Angehörigen von Bedeutung, egal ob sich das Vermögen im In- oder Ausland befindet.

Zum Vermögen zählen nur verwertbare Vermögensgegenstände, insbesondere:

  1. Bargeld
  2. Bank- und Sparguthaben
  3. Wertpapiere
  4. Bausparguthaben
  5. Aktien und Fondsanteile
  6. Forderungen
  7. bewegliches Vermögen (zum Beispiel Hausrat, Kunstgegenstände)
  8. Haus- und Grundeigentum sowie sonstige Rechte an Grundstücken (zum Beispiel eine Hypothek)

Nicht zum Vermögen zählen:

eine selbst genutzte Immobilie (Haus oder Eigentumswohnung) von angemessener Größe
ein angemessenes Auto oder Motorrad für jede erwerbsfähige Person in der Bedarfsgemeinschaft

Wie lange dauert es, bis mein Antrag auf Kinderzuschlag bearbeitet ist?

Sobald uns Ihr Antrag vorliegt, überprüfen wir Ihre Angaben und Unterlagen. Wenn etwas fehlt, zum Beispiel ein bestimmter Nachweis, melden wir uns bei Ihnen.

Was kann ich tun, wenn ich mit dem Bescheid nicht einverstanden bin?

Am Ende eines Bescheids werden Sie über Ihre Rechte informiert (Fachbegriff: Rechtsbehelfsbelehrung). Sie haben zum Beispiel das Recht, Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen und dagegen zu klagen.

Wenden Sie sich jedoch als erstes an Ihre Familienkasse vor Ort. Ihre Ansprechperson dort wird Ihre Fragen beantworten und den Bescheid noch einmal prüfen.

Um Widerspruch gegen den Bescheid einzulegen, haben Sie nach Erhalt des Schreibens einen Monat lang Zeit. Schicken Sie Ihren Widerspruch bitte an den Absender des Bescheids.

Wurde Ihr Widerspruch abgelehnt, können Sie eine Klage gegen den Bescheid einreichen. In der Rechtsbehelfsbelehrung finden Sie dazu nähere Informationen – zum Beispiel, welches Gericht für Ihre Klage zuständig ist.

Ich muss Kinderzuschlag zurückzahlen. Was ist zu tun?

Haben Sie zu viel Kinderzuschlag erhalten (Fachbegriff: Überzahlung), müssen Sie den entsprechenden Betrag zurückzahlen.

Der Inkasso-Service der Bundesagentur für Arbeit ist für solche Rückzahlungen zuständig. Mehr erfahren Sie auf der Seite Inkasso-Service: Wie Sie richtig reagieren.

Wichtig: Überweisen Sie den fälligen Betrag bitte erst, nachdem wir Sie in einem Schreiben dazu aufgefordert haben.

Mein Einkommen hat sich verringert. Jetzt habe ich trotz Kinderzuschlags nicht mehr genug Geld für meine Familie. Was kann ich tun?
Wenn Sie auch mit Kinderzuschlag und Wohngeld den Lebensunterhalt Ihrer Familie nicht mehr sichern können, können Sie Ihr Einkommen mit Arbeitslosengeld II ergänzen (umgangssprachlich: aufstocken). Wenden Sie sich dafür an Ihr Jobcenter.

Teilen Sie Ihrer Ansprechperson dort mit, dass Sie Kinderzuschlag erhalten. Das ist wichtig, weil Kinderzuschlag bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II als Einkommen zählt.

Kindergeld Bonus 2021: Auszahlung im Mai – Eventuell weiterer Bonus im Herbst?

2020 gab es im Rahmen des »Corona Konjunkturpakets« einen Kinderbonus in Höhe von 300 Euro für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld bestand. Mit dem »Dritten Corona-Steuerhilfegesetz« gibt es 2021 weiteren Kinderbonus in Höhe von 150 Euro. Jetzt ist die Rede von einem weiteren Bonus im Herbst 2021.

Alleinerziehende werden zudem seit 2020 durch eine Anhebung des Alleinerziehenden-Entlastungsbetrags unterstützt (mehr dazu am Ende dieses Beitrags).

Weiterer Kinderbonus im Herbst?

Einen weiteren Kinderbonus in Höhe von 100 Euro pro Kind könnte es im Herbst 2021 geben – dann aber nur für einkommensschwache Familien. Dieser Bonus sei Teil des geplanten Corona-Aufholprogramms, erklärte SPD-Chefin Saskia Esken am gestrigen Montag (26.4.2021) in Berlin: Wer Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket erhalte, solle auch diesen Zuschuss bekommen können. Das Corona-Aufholprogramm soll heute im Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden. Die genauen Bedingungen stehen noch nicht fest.

Was ist das »Bildungs- und Teilhabepaket«?

Die verschiedenen Leistungen für Bildung und Teilhabe (BuT), auch Bildungspaket genannt, unterstützen Kinder und Jugendliche und junge Erwachsene aus Familien, die wenig Geld haben. Mit diesen Leistungen können Kind Angebote in Schule und Freizeit nutzen, wenn sich die Eltern die Kosten dafür ansonsten nicht leisten könnten. (Quelle und weitere Informationen: familienportal.de)

Wie bekommt man den Kinderbonus?

Der Kinderbonus von 150 Euro pro Kind (2020: 300 Euro pro Kind) wird für alle Kinder, für die Anspruch auf Kindergeld besteht, automatisch ausgezahlt – ein Antrag ist ausdrücklich nicht erforderlich. Er wird nicht mit Sozialleistungen (wie z.B. Hartz IV) verrechnet.

Wann wird der Corona-Kinderbonus 2021 ausgezahlt?

Die Auszahlung ist bisher für Mai geplant und kommt nicht zusammen mit dem Kindergeld, sondern als eigene Zahlung. Daher wird der Corona Kinderbonus 2021 auch nicht zusammen mit dem Kindergeld überwiesen, sondern einige Tage später.

Familien, die im laufenden Monat Anspruch auf Kindergeld haben, bekommen den Bonus zuerst ausgezahlt. Anschließend wird der Kinderbonus an Familien überwiesen, die zwar im Jahr 2021 Kindergeld erhalten (haben), nicht aber im laufenden Monat. Das betrifft Familien, die vor Mai Anspruch auf Kindergeld hatten, deren Anspruch aber zum Beispiel wegen des Erreichens der Altersgrenze des Kindes weggefallen ist. Ebenfalls betroffen sind Familien, bei denen der Anspruch auf Kindergeld erst später entsteht, zum Beispiel weil ihr Kind erst nach Mai geboren wird.

Wer bekommt den Bonus fürs Kind?

Für jedes Kind, für das ein Anspruch auf Kindergeld existiert, wird der Bonus ausgezahlt. Jeder Elternteil oder Sorgeberechtigte, der das aktuelle Kindergeld bezieht, ist somit berechtigt. Dabei ist natürlich egal, ob es sich um Alleinerziehende oder Familien handelt.

Ausgezahlt wird der Kinderbonus an denjenigen Kindergeldberechtigten, der zuletzt für das jeweilige Kind Kindergeld erhalten haben.

Hat sich Ihre Adresse geändert? Dann denken Sie daran, die Familienkasse darüber zu informieren!

Wer profitiert vom Kinderbonus 2021?

Familien, für die die Entlastung durch die Kinderfreibeträge für alle Kinder größer ist als die Summe aus Kindergeld und Kinderbonus, profitieren im Ergebnis nach der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 nicht vom Kinderbonus.

Das Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) schreibt dazu dieses Beispiel:

Ein zusammenveranlagtes Elternpaar mit zwei Kindern profitiert bis zu einem Einkommen von 69.040 Euro in voller Höhe vom Kinderbonus für beide Kinder. Oberhalb dieser Höhe wird der Kinderbonus allmählich abgeschmolzen. Ab einem Einkommen von 85.974 Euro wird er in dieser Konstellation im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das Jahr 2021 vollständig mit den zwei Kinderfreibeträgen verrechnet.

Im Ergebnis, so das BMFSJF, erhalten mehr als 75 Prozent die volle Entlastung durch den Kinderbonus, knapp 25 Prozent werden nur teilweise oder nicht entlastet (Quelle und FAQ zum Kinderbonus auf der Internetseite des BMFSJF).




Haushaltseinkommen der Familien – Unterschiede für Geringverdiener und Gutverdiener

Positiv ist anzumerken, dass der Kinderbonus nicht auf die Grundsicherung angerechnet wird. Empfänger von Sozialhilfe oder Hartz-IV-Leistungen erhalten damit tatsächlich mehr Geld.

Bei Haushalten mit einem hohen Einkommen wird erst mit der Einkommensteuererklärung geklärt, ob das Kindergeld inkl. Kinderbonus auf dem Konto bleibt oder der steuerliche Freibetrag (Kinderfreibetrag) herangezogen wird.

Für 2021 beträgt der Kinderfreibetrag 5.460 Euro (2020: 5.172 Euro) und der Erziehungsfreibetrag 2.928 Euro (2020: 2.640 Euro).

Steuerliche Bewertung des Familienbonus 2020

Einkommen bis 33.900 Euro – Unverheiratete Eltern profitieren vom Kinderbonus voll bis zu einem Einkommen von 33.900 Euro.

Einkommen ab 42 .950 Euro – Bei unverheirateten Eltern mit einem Einkommen über 42.950 Euro wird der Bonus für Kinder in der Einkommenssteuer voll verrechnet, darunter anteilig.

Gemeinsames Einkommen bis 67.800 Euro – Familien (verheiratete Eltern) mit geringem oder mittlerem Einkommen profitieren voll bis zu einem gemeinsamen Einkommen von 67.800 Euro vom Kinderbonus.

Gemeinsames Einkommen ab 85.900 Euro – Ganz klar ist, Familien mit hohem gemeinsamem Einkommen werden nicht mehr vom Kinderbonus profitieren. Der Bonus wird bei der Steuererklärung mit den Kinderfreibeträgen verrechnet und abhängig von der Günstigerprüfung, voraussichtlich mit der Steuer, zurückgezahlt.

Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende angehoben

Um dem höheren Betreuungsaufwand von Alleinerziehenden Rechnung zu tragen und die höheren Aufwände durch Corona zumindest etwas zu mildern, wurde der Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende ab 2020 von 1.908 Euro auf 4.008 Euro angehoben. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um jeweils 240 Euro. Damit wird der Entlastungsbeitrag mehr als verdoppelt.

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